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Warum Schreiben? Eine Frage der Perspektive.

Manchmal bekommt man im Urlaub die interessantesten und gleichzeitig tiefsten Fragen gestellt. Plötzlich entdeckt man Dinge, die für einen so selbstverständlich sind, dass man nicht mehr über sie nachdenkt, sie nicht mehr im Blick hat oder sie vielleicht einfach nur vergessen hat? Warum sollte man auch etwas in Frage stellen, das seit Jahren gut funktioniert? Warum sollte man etwas anzweifeln, das einem innere Ruhe bringt. Warum …

Es ist nicht die Frage nach dem Warum – diese könnte jeder ganz einfach mit einem „Darum“ beantworten. Es ist die Frage nach der Persönlichkeit, nach einem Etwas, das dein Leben begleitet. Und zwar seit Jahren.

Heute, als wir gerade auf einer Wanderung waren, die Landschaft und Aussicht genossen, trafen wir auf ein älteres Paar. Wir kamen ins Gespräch und irgendwann kommt immer die Frage nach dem „Und was macht ihr so?“

Meine Antwort lautete natürlich: „Ich bin hauptberuflich Redakteurin und arbeite außerdem noch als Autorin.“

Wider meiner Erwartungen musste ich nicht den Unterschied zwischen Redakteurin und Autorin erklären. Ich musste mich auch nicht damit rechtfertigen, ein doch so brotlosen Beruf gewählt zu haben oder gar alles falsch in meinem Leben zu machen. Es kam eine ganz andere Frage, die mich tiefer traf.

„Warum Schreiben?“

Warum ist das Schreiben zu einem Teil meines Lebens geworden? Es gibt eine ganz einfache Antwort auf diese Frage: Weil ich nicht anders kann. Worte gehören schon seit ich denken kann zu mir. Ich war schon immer schlecht in Sport, in Mathe sowieso keine Leuchte und bis auf Biologie haben mich auch die Naturwissenschaften nie begeistert. Zwar behaupteten meine Deutschlehrer der 5-11 Klasse: „Hilke, du kannst nicht schreiben“, ich wusste allerdings schon damals, dass sie Unrecht hatten. Ich war vielleicht nie die Beste in Aufsätzen, vor allem nicht, wenn es darum ging, die Wirkungsweise von möglicher Werbeplakaten in der Schule zu beurteilen (ich war der Meinung, es würde den tristen Schulalltag auflockern). Aber ich war gut in eigenen Geschichten und in Sachtexten. Ich hatte schon immer eine kreative Nase und konnte mit meinen Worten gut erklären.

Doch habe ich mich deswegen für den Beruf oder die Berufung entschieden? Nein, wohl nicht. Der Grund muss ein anderer sein. Vielleicht liegt’s an meinem Studium? Doch auch hier stellt sich die gleiche Frage: Wieso habe ich Germanistik im Hauptfach studiert? Weil es mich interessiert hat. Ja! Weil ich damit Geld verdienen wollte? Nein.

Ich kenne die Antwort, doch sie zuzugeben, ist ein Eingeständnis, das gleichzeitig wohltuend und schmerzhaft ist:

Ich schreibe, weil ich schreiben muss.

Und aus keinem anderen Grund. Natürlich ist es schön, mit dem Schreiben Geld zu verdienen. Ob jetzt haupt- oder nebenberuflich mal abgesehen. Aber das ist nicht meine Motivation. Ich schreibe, weil ich meine Ideen in meinem Kopf in wortreiche Welten umsetzen muss. Diese Bilder, diese Figuren, die Handlungen, die sich alltäglich in meinen Vorstellungen aufbauen, die wollen in diese Welt „niedergeschrieben“ werden. Deswegen schreibe ich, weil ich etwas zu erzählen habe. Und das ist auch gut so. Hoffentlich bleibt es so – für immer.

Die Zukunft:

Natürlich kann niemand sagen, dass all das in Zukunft so bleibt. Blicken wir auf die letzten drei Jahre zurück, habe ich gelernt, dass ich durchaus anfällig für „größere Schreibkrisen“ bin. Der Tod meines leiblichen Vaters hat mich in verschiedenster Weise vollkommen aus der Bahn geworfen. Ich selbst brauchte Zeit, um wieder zu mir, um zu meinen Worten zu finden. Doch momentan und mittlerweile glaube ich, diese Hürde genommen zu haben. Ich habe wieder Ideen, ich habe wieder Lust und Freude am Schreiben. Das macht mich persönlich verdammt glücklich!

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