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Autorenlogbuch #1: Die Idee hinter dem Autorenlogbuch

Autorenlogbuch

Der erste Beitrag aus dem Autorenlogbuch.

Liebe Leser,

schon lange trage ich die Idee eines „Autorenlogbuch“ mit mir herum. Heute ist endlich der richtige Zeitpunkt gekommen, an dem ich die Idee erstmals umsetzen möchte und ich gebe den Startschuss. Gleich vorweg: ich möchte etwas ausprobieren und brauche nicht nur eure Hilfe und Unterstützung, sondern bin auch auf eure Meinung gespannt. Sagt/Schreibt mir, wie ihr das Autorenlogbuch findet. Überflüssig? Nett? Über eure ehrliche Meinung bin ich dankbar.

 

#Autorenlogbuch – Was ist das?

Aber jetzt zurück zur Sache: Wie ich schon sagte, trage ich diese Idee des Autorenlogbuchs schon einige Zeit mit mir rum. Oft blicke ich auf meinen Blog, den ich viel zu selten pflege, starre auf meine Facebookseiten und frage mich, was ich euch in dieser schnelllebigen Zeit überhaupt erzählen soll. Die sozialen Medien sind vollgestopft mit Trump, Gewinnspielen und Betteleien … Was wäre da also interessant?

Ich fragte mich: Was würde ich lesen wollen? Was würde mich interessieren? Was würde mir überhaupt Spaß machen, regelmäßig zu schreiben? In einem Vollzeitjob kommt das regelmäßige Schreiben manchmal zu kurz. Schreiben ist meine Leidenschaft. Ich sehne mich morgens, mittags und abends nach einer Tastatur … Aber oftmals vergesse ich, was ich wann überhaupt geschrieben habe und in welcher Verfassung ich war … Deswegen möchte ich jetzt ein regelmäßiges Logbuch schreiben, um meine (tägliche) Autorenarbeit zu reflektieren, um zu spiegeln, um euch daran teilhaben zu lassen.

Autorenlogbuch #1: Nach gefühlten Wochen wieder zurück zum Text

Momentan arbeite ich an „Die Weltentaucher – Gefangen“. Es handelt sich dabei um den ersten Romanteil des Weltentaucher-Universums und damit gleichzeitig um einen Roman, an dem ich schon so lange arbeite, so oft gescheitert bin … Dies ist der finale Versuch. Schaffe ich es dieses Mal nicht, das Buch zu beenden, werde ich #Weltentaucher in dieser Art und Weise wohl ruhen lassen. Umso wichtiger ist es für mich, alles in das Buch zu stecken, das mir möglich ist. Ich habe die ersten neun Kapitel in der Rohfassung geschrieben, teilweise wieder verworfen und neu geschrieben. Ich habe an den Kapiteln so lange gearbeitet, bis ich damit zufrieden war und auch immer noch bin. Jetzt liegen die Kapitel auf einer Projektplattform und warten darauf, von den ersten Lesern gelesen zu werden …

Meine Finger zittern, wenn ich daran denke, ich traue mich kaum, weitere Worte aneinanderzureihen. Wird es euch gefallen? Schaffe ich es, das Buch kontinuierlich gut zu schreiben? Wie lange wird es noch dauern, bis es veröffentlicht wird?

Fragen über Fragen, auf die ich überhaupt gar keine Antwort weiß und auch noch keine wissen muss. Erst jetzt geht’s ums Schreiben. Erst jetzt geht’s um die Figuren. Um die Geschichten, um … den Spaß am Schreiben.

Möchtet ihr eine kurze Leseprobe? Na klar!

Die Weltentaucher – Gefangen

Prolog

Ist es Liebe, Leidenschaft, Wahn? Niemand vermag mir diese Frage zu beantworten. Fehler bleiben Fehler. Narben bleiben Narben. Bin ich zu stark mit dir ins Gericht gegangen? Habe ich deine Macht zu sehr in meine Hände genommen? Über dein Leben gerichtet, jeden Moment aufs Neue? Ich bereue das und hoffe, dass du mir verzeihst – irgendwann.

 

Die Scheibenwischer hatten den Kampf gegen die Wassermassen längst verloren. Wind und Regen verschworen sich gegen die kraftlosen, zierlichen Wischblätter. Der Sturm tobte, schüttelte Bäume, Gräser und ihr Auto. Forderte Aufmerksamkeit.

Der Regen schlug  aufs Autodach, verschluckte jedes Geräusch und ließ die Welt hinter einem dichten Vorhang verschwinden. Er wirbelte ihre Gedanken durcheinander, stahl sie und hinterließ ein Puzzle mit riesigen Lücken. Egal, wohin sie auch blickten, ihre Augen fassten nur die Undurchdringlichkeit der Nacht. Sie waren Gefangene des Sturms – ohne jeden Ausweg.

Das Auto bremste, schlitterte auf der nassen Fahrbahn, doch der Fahrer hielt es sicher auf der Straße. Ohne den Blinker zu setzen, bog er in einen unscheinbaren Feldweg ein. Die Büsche und Sträucher zerkratzten den Lack des teuren Wagens, hinterließen unübersehbare Spuren.

Er löschte das Scheinwerferlicht und fuhr die letzten Meter blind gegen die  Wand aus Dunkelheit. Ruckartig kam das Auto zum Stehen. Der Motor verstummte. Sofort flutete der Regen die Windschutzscheibe und verschleierte die Sicht nach draußen vollkommen.

»Gaius, bist du  sicher, dass heute der richtige Zeitpunkt ist?«

Sie hatte Mühe, den Regen zu übertönen – ihre Stimme verriet Unsicherheit. Ihr Blick ruhte auf ihrem Mann auf dem Fahrersitz und wanderte schließlich zu ihrer Tochter auf der Rückbank. Sie bewunderte die Augen der jungen Frau, die in der Dunkelheit voller Hoffnung funkelten.

Der Fahrer nickte und griff nach ihrer Hand.

»Wir können froh über das Wetter sein, Kamil. So können wir wenigstens sicher sein, dass uns keiner beobachtet.« Er löste seinen Sicherheitsgurt.

»Oder was sagst du, Marlis?«

»Bin ganz deiner Meinung. Bisher ist uns niemand gefolgt. Dieser dichte Nebel ist genau richtig. Vorsichtig sollten wir dennoch sein.« Die junge Frau auf der Rückbank saß kerzengerade da, jeden Muskel gespannt, wie eine Katze, bereit zum Angriff. Ihre Augen wanderten schnell von Fenster zu Fenster, auf der Suche nach einer Bewegung.

»Gut. Dann lasst uns nicht länger warten. Jeder von euch weiß, was er zu tun hat.« Gaius‘ Stimme war so tief, dass er sie trotz des Regens nicht erheben musste.

»Marlis? Steig  aus und sieh dich um.«

»Ja, Vater.«

Die junge Frau zögerte keinen Moment. Sie zog sich die Kapuze ihres schwarzen Mantels über den Kopf und stieg aus. Ihre Silhouette verschmolz mit dem dunklen Schleier der Nacht.

Marlis lauschte. Dicke Tropfen fraßen sich durch ihren Mantel und sie spürte die unangenehme Feuchtigkeit auf ihrer Haut.

Der Wind brauste durch die Baumkronen. Sie versuchte, die Geräusche der Natur auszublenden, sich auf Unregelmäßigkeiten zu konzentrieren. Einen Schatten, eine Stimme. Schnelle Schritte hinter dem nächsten Baum. Doch nichts. Sie waren allein, keiner hatte sie verfolgt oder erwartet.

Marlis trat einen Schritt ans Auto heran und klopfte zweimal kräftig gegen die Autotür – das vereinbarte Zeichen. Ihre Eltern öffneten die Türen, zogen ebenfalls ihre Kapuzen tief über die Stirn und stiegen aus.

»Geht voraus. Ich folge euch mit etwas Abstand.«

Gaius‘ Nicken reichte als Bestätigung. Ihre Eltern liefen an ihr vorbei, trafen auf einen schmalen Pfad und verschwanden in der Dunkelheit.

Marlis atmete tief ein und begann die Sekunden zu zählen. Sie verabscheute den Regen. Eine sternenklare Nacht hätte sie bevorzugt. Was, wenn ihre Feinde sich selbst die Dunkelheit zum Vorteil gemacht hatten und schon lange  auf der Lauer lagen? Ihre Eltern konnten schon jetzt geradewegs in einen Hinterhalt getappt sein, ungehört, weil der Regen ihre Schreie verschluckte.

Marlis fuhr herum. Im Augenwinkel hatte sie hinter sich im Busch eine Bewegung gesehen. Sie zog den schmalen Dolch aus ihrem Gürtel und ging einen Schritt auf das Gewächs zu. Die Blätter raschelten verdächtig, gänzlich außerhalb des Taktes, den der Wind dirigierte. Mit der freien Hand zog sie eine kleine Taschenlampe aus ihrer Manteltasche und leuchtete ins Gestrüpp. Ein Hase saß im Laub, suchte Schutz unter dem Blätterdach. Seine großen, schwarzen Augen starrten sie an. Sein ganzer Körper zitterte, als ihn das Licht der Taschenlampe traf. Er sprang nicht weg, sondern blieb in Schockstarre sitzen.

Marlis ließ den Hasen nicht aus dem Blick. Diese Augen könnten versuchen, sie zu täuschen. Sie blickte dem Tier noch tiefer in die Augen. Kein Zucken, keine Überzeugung. Der Hase konnte Tier und Dämon zugleich sein.

Mit einer schnellen Bewegung warf Marlis den Dolch zielgenau in den Hals des Tieres. Der Körper fiel zur Seite und zuckte. Ein qualvoller Kampf um Leben und Tod, der nur einen Gewinner kannte. Die Augen des Hasen erstarrten, alles Leben wich mit einem Mal aus ihm heraus.

Mit Argusaugen beobachtete sie das Schauspiel, wartete auf den grauen Schatten, der sich langsam aus dem Hasen schälen konnte. Doch nichts passierte.  Das Tier war nur ein ganz normaler Hase gewesen.

Marlis zog den Dolch aus dem Fleisch und wischte das Blut am Mantel ab. Zumindest vorerst schienen sie in Sicherheit zu sein.

Sie drehte sich auf dem Absatz um und kniff die Augen zusammen. Ihre Eltern waren längst im Wald verschwunden und hatten den See erreicht. Sie ging zielgenau auf den Pfad zu, der durch den Wald führte. Sicher stapfte sie über die herausragenden Wurzeln und beschleunigte ihren Schritt. So oft war sie in den letzten Jahrhunderten nachts diesen Pfad  entlang gewandert, auf der Suche nach der Wahrheit. Sie kannte jeden Baum, hatte ihnen beim Wachsen zugesehen und einst selbst diesen Pfad ausgetreten. Keine noch so kleine Veränderung blieb ihr verborgen – selbst in dieser Dunkelheit – und ihre Feinde hatten keine Chance.

 

 

 

 

Bis zum nächsten #Autorenlog.

Ich hoffe, es hat euch gefallen!

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